| Wir hatten die bequemere Bezeichnung Fluor-Prophylaxe
- statt Fluorid-Prophylaxe von den Fluoristen (Fluoridisten) übernommen.
Die halboffizielle Fluor- und Jodkommission (der SAMW) müsste
Fluorid- und Jodid-Kommission heissen.
Zahnärzte und Mediziner pflegen Kritikern, zum Beispiel uns
Chemikern, vorzuwerfen, wir verstünden den Unterschied nicht
zwischen dem giftigen Fluor, das aus Fabrikschloten strömt, und
dem segensreichen Fluorid, welches die Zahnärzte empfehlen. Zum
Beispiel Dr. med. W. SCHÜRER vom Gesundheitsamt Basel-Stadt hat
es so beschrieben
(im "Ratsstübli" der Basler Zeitung vom 21.April 1979):
"Wie Sie wissen, ist Fluor ein Halogen,
d.h. es gehört in dieselbe Elementgruppe wie das Chlor. Im elementaren
Zustand sind diese Stoffe gasförmig; in Verbindungen kommen sie
als Salze vor. Ich erinnere an Chlor: Chlor als Gas ist giftig, ätzend
(Chlorgas-Blasen im Ersten Weltkrieg). Als Salz ist das Natriumchlorid
unser täglich lebenswichtiges Kochsalz.
Aehnlich verhält es sich beim Fluor: Das Fluorgas ist sehr stark
ätzend, schädigt die Vegetation und ist ein gefährliches
Gift für Mensch und Tier. Solches Fluor entsteht in den Aluminiumwerken
und führt zu den beklagten Schäden. Dem Trinkwasser wird
Natriumsilicofluorid in minimaler Dosierung beigegeben, das, wie Kochsalz,
nicht giftig ist.
Über die Problematik des Nutzens der Fluorprophylaxe der Zahnkaries
sind die Akten noch nicht geschlossen."
Das meiste stimmt, was Dr. SCHÜRER hier schreibt. Seine Betrachtung
enthält aber zwei entscheidende Fehler:
1) Die Fluorschäden aus Aluminiumwerken, aber auch aus Ziegeleien
wie etwa jahrelang in Allschwil oder in Graz, sind nur zum ganz geringen
Teil Ätz-Schäden des Fluorgases F2
(oder der Flusssäure HF). Beide Verbindungen wandeln sich an
der Luftfeuchtigkeit und in Zellgeweben von Lebewesen bald in die
ionisierte Form (Fluor-Ion F-) um.
Der weitaus grösste Teil der bekannten Schäden (Gewebeschäden
an Laub, Gras, Kirschen und Aprikosen in Allschwil, im Fricktal und
im Wallis usw., hochgradige Knochenschäden der Kühe, Fluorosen
bei Menschen) sind Schäden, für die das Fluor-Ion verantwortlich
ist, das Salz Fluorid also. Anders ausgedrückt: Das Fluor-Ion
ist eines der angriffigsten und reaktionsfreudigsten Teilchen im tierischen
und pflanzlichen Säfte-Haushalt.
Ionisiertes Fluor (Fluorid) in wässriger Lösung (im Zellsaft
also oder im Blut) ist ein hochgradiges Gift, vergleichbar mit Arsen.
Es beeinflusst schon in Dosen, die die Zahnärzte empfehlen, und
die dem Trinkwasser, dem Kochsalz, Zahnpasten und da und dort der
Schulmilch zugesetzt werden, biochemische Vorgänge. Teilweise
sind von Fluoriden verursachte Einwirkungen auf Enzyme und Zellschäden
wohlbekannt, teilweise aber so kompliziert, dass sie in Einzelheiten
und in Zusammenhängen von der Forschung noch nicht klar erfasst
wurden und in den Folgen noch kaum erkennbar sind.
2) Chemisch darf man Natriumchlorid neben Natriumfluorid stellen.
Biochemisch und physiologisch aber bestehen Unterschiede der Grössenordnung
ebenso wie der Funktion: Natriumchlorid bzw. die Ionen Na+
und Cl- sind Stützen
im Mineralhaushalt der Körperflüssigkeiten. Beide müssen
z.B. im Blutserum im sehr engen hohen Konzentrationsbereich (zwischen
3000 und 8000 ppm) vorhanden sein. Sie sind auch in der Flüssigkeit
der Körperzellen unentbehrlich.
Vom Fluor ist hingegen keine physiologische Funktion
bekannt. Falls vorhanden, dann in Konzentrationen unter 0,005
ppm; Unterschiede also wie 1 000 000 : 1.
Solange keine lebenswichtige Aufgabe des Fluors nachgewiesen wird
(vergleichsweise ist eine solche für das Jod wohlbekannt, nämlich
für die Schilddrüse), ist es unzulässig,
Fluor zu den lebenswichtigen Spurenelementen zu zählen. Offiziell
ist es dennoch dazu erklärt worden, mit der alleinigen Begründung,
es sei für die Zahnbildung erforderlich. Diese Begründung
ist falsch. Karies ist keine Fluormangel-Krankheit.
KK
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