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"Der Schutzraum - Mittelpunkt aller Zivilschutzmassnahmen"

1981 (aktualisiert: 1. August 2004)

igel "In der internationalen Fachwelt ist es unbestritten, dass man in den schweizerischen Schutzräumen die weitaus meisten Atomeinsätze überleben und dann auch weiterleben kann."
Prof. Dr. Reinhold WEHRLE, Zentralpräsident des Schweizerischen Zivilschutzverbandes;  
Pressemitteilung am 16.März 1981

In the international professional world, it is an undisputed fact that in the Swiss shelters, man can survive nearly all atomic bursts and continue to live on.
(Professor Reinhold WEHRLE was then president of the Swiss league for civil protection, allied with the Federal Office for Civil Protection)

Parmi les experts internationaux, il est incontestable que, dans les abris suisses, on peut survivre la plupart des attaques atomiques, et qu’on peut continuer à vivre.

Der Titel "Der Schutzraum - Mittelpunkt aller Zivilschutzmassnahmen"   ist Inhalt eines Plakats des Bundesamtes für Zivilschutz. Professor WEHRLE's öffentliche Aussage charakterisiert die behördliche Doktrin der Schweiz, die den Vorbildcharakter von schweizerischem Zivilschutz weltweit propagiert hat. Sie stützt sich auf das sogenannte Konzept 1971, K71 und ist erst in den 90er Jahren von etwas bescheideneren Ansprüchen abgelöst worden, von ZS 1995. Das heute gültige Konzept 2000 legt das Gewicht mehr auf Katastrophenschutz als auf (Atom-)Krieg. Gegen welcher Art Katastrophen sollen die berühmten Schutzräume nun schützen? Sie sind für die gesamte Bevölkerung gebaut worden (viele mit schädlichen Einwirkungen, etwa auf die Grundwässer bei übertiefen Baugruben).

Am 19.September 1981 hatte ich am Kongress "Ärzte warnen vor dem Atomkrieg " – im Audi-max der Universität Hamburg geschildert, wie meine Frau und ich zusammen mit den uns zugeteilten Nachbarn zu elft bei Alarm uns in einem Norm-Schutzraum von 12 m2 einrichten müssten - mich strikt an die "TWP 1966 / Technische Weisungen für den Privaten Schutzraumbau 1541.01.d"  und an das bundesamtliche “Schutzraumhandbuch / provisorische Ausgabe 1978 / 1322.00/2 d“ und an die Weisungen des Bundesamtes für Zivilschutz haltend. *

Meine Beschreibung bewirkte lähmendes Schweigen im vollbesetzten Audimax, schockierte Sprachlosigkeit, denn die Zuhörerschaft von Ärzten und Angehörigen medizinischer Hilfsberufe hatte eher erwartet, dass da ein Schweizer über die Überlegenheit des schweizerischen Zivilschutzes berichten werde.

*  Die Geschichte ist in den nux-Nrn 20 und 21 / 1981 "Das Leben im Schutzraum" - "Der Mensch lebt - der Übermensch überlebt" gedruckt, auch im Kongressbericht "Die Überlebenden werden die Toten beneiden" (Pahl-Rugenstein 1982, Seiten 63-75).  Jetzt auch als pdf:  nux - Leben im Schutzraum

An English version of the story is printed in nux-nr 20/21e, 1982.