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"In der internationalen Fachwelt ist
es unbestritten, dass man in den schweizerischen Schutzräumen
die weitaus meisten Atomeinsätze überleben und dann auch
weiterleben kann."
Prof. Dr. Reinhold WEHRLE, Zentralpräsident
des Schweizerischen Zivilschutzverbandes;
Pressemitteilung am 16.März 1981
In the international professional world, it is
an undisputed fact that in the Swiss shelters, man can survive nearly
all atomic bursts and continue to live on.
(Professor Reinhold WEHRLE was then president of the Swiss league
for civil protection, allied with the Federal Office for Civil Protection)
Parmi les experts internationaux, il est incontestable
que, dans les abris suisses, on peut survivre la plupart des attaques
atomiques, et qu’on peut continuer à vivre.
Der Titel "Der Schutzraum - Mittelpunkt
aller Zivilschutzmassnahmen" ist Inhalt eines Plakats
des Bundesamtes für Zivilschutz. Professor WEHRLE's öffentliche
Aussage charakterisiert die behördliche Doktrin der Schweiz,
die den Vorbildcharakter von schweizerischem Zivilschutz weltweit
propagiert hat. Sie stützt sich auf das sogenannte Konzept
1971, K71 und ist erst in den 90er Jahren von etwas bescheideneren
Ansprüchen abgelöst worden, von ZS 1995.
Das heute gültige Konzept 2000 legt
das Gewicht mehr auf Katastrophenschutz als auf (Atom-)Krieg. Gegen
welcher Art Katastrophen sollen die berühmten Schutzräume
nun schützen? Sie sind für die gesamte Bevölkerung
gebaut worden (viele mit schädlichen Einwirkungen, etwa auf die
Grundwässer bei übertiefen Baugruben).
Am 19.September 1981 hatte ich am Kongress "Ärzte warnen
vor dem Atomkrieg " – im Audi-max der Universität
Hamburg geschildert, wie meine Frau und ich zusammen mit den uns zugeteilten
Nachbarn zu elft bei Alarm uns in einem Norm-Schutzraum von 12 m2
einrichten müssten - mich strikt an die
"TWP 1966 / Technische Weisungen für den Privaten Schutzraumbau
1541.01.d" und an das bundesamtliche
“Schutzraumhandbuch / provisorische Ausgabe 1978 / 1322.00/2
d“ und an die Weisungen des Bundesamtes für Zivilschutz
haltend. *
Meine Beschreibung bewirkte lähmendes Schweigen im vollbesetzten
Audimax, schockierte Sprachlosigkeit, denn die Zuhörerschaft
von Ärzten und Angehörigen medizinischer Hilfsberufe hatte
eher erwartet, dass da ein Schweizer über die Überlegenheit
des schweizerischen Zivilschutzes berichten werde.
* Die Geschichte ist in den nux-Nrn
20 und 21 / 1981 "Das Leben im Schutzraum" - "Der Mensch
lebt - der Übermensch überlebt" gedruckt, auch im Kongressbericht
"Die Überlebenden werden die Toten beneiden" (Pahl-Rugenstein
1982, Seiten 63-75). Jetzt auch als pdf: nux
- Leben im Schutzraum
An English version of the story is printed in nux-nr 20/21e, 1982.
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